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Die Gesichter des KZ Wöbbelin mit dem Künstler Marcus Barwitzki

Ein Kunstprojekt mit dem Magdeburger Künstler Marcus Barwitzki in Kooperation mit dem Verein Mahn- und Gedenkstätten im Landkreis Ludwigslust- Parchim e.V. und dem Förderverein der Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin e. V.
Die Plastik „Gesichter des KZ Wöbbelin“
Die Plastik „Gesichter des KZ Wöbbelin“

Dicht an dicht drängen sich zahllose, ausgehungerte Menschen im Lager...

Die Plastik „Gesichter des KZ Wöbbelin“, nach dem Entwurf des Magdeburger Künstlers Marcus Barwitzki, zeigt dieses bewegende Szenario. 45 gebogene rostige Eisenstangen, von denen jede einen überdimensionalen Kopf aus Backstein trägt, bilden ein undurchdringliches Geflecht – eine unzählbare Masse, wie die der eingesperrten Menschen im Konzentrationslager Wöbbelin.

Die Materialien, ihre Anordnung und Verarbeitung, alles wird in Barwitzkis Werk zum Sinnbild. Einerseits symbolisieren die individuell gebogenen Eisenstangen, die sich vor Hunger und Entkräftung schmerzhaft windenden Körper der Häftlinge. Der Rost, die Wunde des Eisens, wird hier zur Wunde des Körpers. Zum anderen zeigt das gitterartige, dichte Geflecht der Stangen das Konzentrationslager selbst, aus dem niemand fliehen kann. Die auf den Eisenstangen verankerten 45 Backsteine bilden die Köpfe der Häftlinge. Das gleiche Format der Ziegel ist für den Künstler dabei Ausdruck für die nationalsozialistische Entmenschlichung durch Uniformierung und Nummerierung im Konzentrationslager. Nur an der schmalen Längsseite der Ziegel, dem Betrachter zugewandt, werden die individuellen Gesichter der Menschen abstrakt oder realistisch erkennbar.

Kopf aus Backstein
Kopf aus Backstein
Der Backstein ist das Baumaterial Mecklenburgs. In der Plastik zeigt das Material symbolisch die Verbundenheit des Dorfes Wöbbelin mit seinem Erinnerungsort, den Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin, als Teil der Geschichte.

Aufstellungsort:

Als Standort für die ca. 3 m hohe und im Durchmesser 2 m breite Großplastik ist die Freifläche zwischen der Bundesstraße 106 und dem Museumsgebäude vorgesehen. Von der Bundesstraße aus gut sichtbar soll die Großplastik „Gesichter des Konzentrationslagers Wöbbelin“ die Besucher in die Mahn- und Gedenkstätten leiten.

Kunst-Patenschaften

Zur Finanzierung des aufwendigen Ziegelbrands der Großplastik »Gesichter des KZ Wöbbelin« können Sie für den Betrag von mind. 30,- Euro die Kunst-Patenschaft für einen der „Ziegelköpfe“ übernehmen. Diese wurden während der vielen Workshops von Jugendlichen und Erwachsenen aus der Region sowie vielen internationalen Teilnehmerinnen nach Fotografien von Häftlingen bis 2014 gestaltet.

Weitere Spenden werden für das Aufstellen der Skulptur bzw. für das Ziegelfundament (incl. Beton) benötigt.

Sie erhalten eine repräsentative Urkunde für Ihre Kunst-Patenschaft und eine Spendenbescheinigung.

Die Großplastik wird aufgestellt

Im Rahmen des Internationalen Workcamps wird mit 15 Jugendlichen aus 8 Ländern und Ehrenamtlichen Helfern die Großplastik „Die Gesichter des KZ Wöbbelin“ am 27. und 28. August 2015 aufgestellt:

  • Tag 1 - Beratung vor dem Museum
  • Tag 1 - Abstecken des Fundaments
  • Tag 1 - Grassboden abstechen
  • Tag 1 - Die Baugrube
  • Tag 1 - Ausheben der Baugrube
  • Tag 2 - Bau der Schalung, Imprägnieren der Steine
  • Tag 2 - Einsetzen der Schalung I
  • Tag 2 - Einsetzen der Schalung II
  • Tag 2 - Die Stahlstangen
  • Tag 2 - Die Köpfe
  • Tag 2 - Der Künstler Marcus Barwitzki
  • Tag 3 - Der Beton wird angeliefert
  • Tag 3 - Das Ziegelfundament wird verlegt
  • Tag 3 - Die „Köpfe“ werden auf die Stangen gebracht und verklebt
  • Tag 4 - Bohren der Löcher
  • Tag 5 - Einkleben der Stangen und Aufstellen der Köpfe
  • Tag 5 - Fertige Großplastik und Teilnehmer des Internationalen Workcamps 2015
  • Tag 5 - Fertige Großplastik vor den Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin