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Dokumentarfilm Linie 41 wird in Ludwigslust gezeigt

2017-10-12 10:00

Natan Grossmann und Jens-Jürgen Ventzki im Mai 2016
Natan Grossmann und Jens-Jürgen Ventzki im Mai 2016
Der Dokumentarfilm Linie 41 wird am Donnerstag, dem 12. 10.2017 um 10 Uhr erneut im LUNA Filmtheater gezeigt. Schülerinnen und Schüler der Lenneschule, des Goethegymnasium Ludwigslust und der Rastower Regionalschule nehmen daran teil.

In diesem Film begeben sich Natan Grossmann und Jens-Jürgen Ventzki auf Spurensuche in ihrer Heimatstadt Łódź. Natan Grossmann wurde 1927 in Łódź geboren und verbrachte als Jugendlicher vier Jahre in Gefangenschaft im Łódźer Getto. Sein Leben lang versuchte er seine Erinnerungen an diese Zeit zu verdrängen. Doch die ungeklärten Todesumstände seiner Eltern und das spurlose Verschwinden seines Bruders ließen ihm keine Ruhe. Schließlich begibt er sich in Łódź auf die Suche nach der Wahrheit. Während der deutschen Besatzung Polens im Zweiten Weltkrieg wurde in Łódź das zweitgrößte Getto errichtet. In keiner anderen Stadt war das Leid der im Getto gefangenen Juden so offensichtlich wie in dem dicht besiedelten Łódź. Sinnbild dafür ist die Straßenbahnlinie 41, die mitten durch das Getto verlief und tagtäglich deutschen und polnischen Einwohnern das dortige Elend vor Augen führte. Der Vater von Jens-Jürgen Ventzki bekleidete während des Nazi-Regimes als Oberbürgermeister einen hohen Posten in der Łódźer Verwaltung und war ein überzeugter Nationalsozialist. Sein Sohn stellt sich der schmerzhaften Frage, wie stark sein Vater verstrickt war in das Schicksal des Gettos, die Deportationen, die tausendfachen Morde und geht dabei einem dunklen Familiengeheimnis nach.

Für beide Männer wird ihr Unternehmen zu einer emotionalen Konfrontation mit der Vergangenheit, der sie sich in stellen.

Im Anschluss an den Dokumentarfilm gibt es ein Podiumsgespräch mit den Protagonisten Natan Grossmann und Jens-Jürgen Ventzki sowie der Regisseurin Tanja Cummings. Bereits im Januar und im Mai 2017 war der Film in Ludwigslust gezeigt worden. Die Nachfrage ist nach wie vor groß.

Es gibt nur noch einige wenige freie Plätze. Wir bitten Sie um Ihre Anmeldung unter: info@gedenkstaetten-woebbelin.de

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