3. Innovationswerkstatt des Projektes Schulen und Gedenkstätten.
2011-11-20 15:04
Mehr als 70 Interessierte nahmen an der 3. Innovationswerkstatt am Donnerstag in Ludwigslust teil. Ramona Ramsenthaler, Leiterin der Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin, gab einen Überblick über die fünfjährige Projektarbeit, in der verschiedene Angebote für die Schüler von der Grundschule bis Gymnasium und Berufsschule entwickelt wurden.
Das Projekt Schulen und Gedenkstätten ist eine Initiative des Vereins Mahn- und Gedenkstätten im Landkreis Ludwigslust e.V. Sie startete 2007 mit dem Ziel ein Netzwerk zwischen Bildungseinrichtungen und Gedenkstätten zur Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und zur Demokratieerziehung aufzubauen. In Ludwigslust wurden die neuesten Ergebnisse von Schülerprojekten vorgestellt und in Workshops Erfahrungen ausgetauscht. „Demokratie muss gelehrt werden“ forderte Wolfgang Schmülling, 1. Stellvertreter des Landrates in seiner Begrüßungsrede und unterstrich, dass es um Wertevermittlung für junge Menschen gehe. Wie das in der Praxis aussieht, zeigten Schüler und Pädagogen bei der Präsentation ihrer Projekte.
Schüler der Regionalen Schule Picher beschäftigten sich mit der Zwangsarbeit in Kuhstorf und Picher zwischen 1939 und 1945. Kevin Grünberg ist einer der engagierten Spurensucher. Sein Resümee: „Es war für mich sehr wichtig, die Geschichte meines Heimatortes Picher kennen zu lernen. Die gute und die schlechte Seite.“
Die Sozialpädagogin Corinna Wolf stellte die Projektarbeit der Europaschule Hagenow vor. „Der Türöffner“, wie sie es nennt, war die Erfahrung mit einem Angebot zur gewaltfreien Konfliktlösung, dem Streitteppich von Suhana & Castano, in einer 6. Klasse. An der Schule gibt es inzwischen altersgerechte Angebote für alle Klassenstufen zur Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus.
Frau Dreger-Riedel vom Zebef e.V präsentierte gemeinsam mit Schülern des Goethe-Gymnasiums Ludwigslust das Projekt „Ludwigslust 1945“. Die Jugendlichen spürten in drei Arbeitsgruppen den Ereignissen des Jahres 1945 nach. Einige Schüler analysierten Fotos amerikanischer Frontberichterstatter vom Mai 1945 und stellten diese an historischen Orten nach.
Ziel des Vereins Mahn- und Gedenkstätten ist es, das entstandene Netzwerk zu festigen und im Rahmen des neuen Landkreises zu erweitern.