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Internationale Begegnung der Generationen im Mai 2014

2014-04-05 14:46

Viele Gäste aus dem In- und Ausland werden Anfang Mai zur internationalen Begegnung der Generationen im Landkreis Ludwigslust-Parchim erwartet. Überlebende aus Polen, den USA, Belgien, der Slowakei und Deutschland sowie viele Angehörige von Opfern kommen zum 69. Jahrestag der Befreiung der Konzentrationslager.

Das Außenlager des Konzentrationslagers Neuengamme wurde erst im Frühjahr 1945 errichtet und existierte nur zehn Wochen. Ab Februar 1945 sollten KZ-Häftlinge ein Kriegsgefangenenlager errichten. Sie wurden im Holzbarackenlager „Reiherhorst“ untergebracht und zum Bau des neuen Lagers eingesetzt. Die Bedingungen im KZ Wöbbelin waren katastrophal. Als die Alliierten Deutschland besetzten, wurde das KZ ab Mitte April zum Auffanglager für weitere Transporte aus anderen Konzentrationslagern. Von den ca. 5000 Häftlingen aus 20 Nationen kamen mehr als 1000 an den Folgen von Misshandlung, Erschöpfung und Hunger ums Leben.

An die Namen der Opfer erinnert seit 2005 der Gedenkplatz am ehemaligen Lagergelände des KZ Wöbbelin, der von der Mecklenburger Künstlerin, Dörte Michaelis geschaffen wurde.

Im Mai und Juni 1945 waren auch in den beiden Lazaretten in Lübtheen elf Franzosen, fünf Holländer, zwei Spanier, zwei Belgier und zwei Italiener an den Folgen der KZ-Haft gestorben. Für diese Opfer werden am 2. Mai 2014 im Rahmen der Gedenkveranstaltung 22 neue Namenssteine auf dem Gedenkplatz eingeweiht. Darunter befinden sich auch die von Geert Stukje und Jans Zwinderman. Ihre Familien aus den Niederlanden werden als Ehrengäste erwartet. Zwei Tage nach der Befreiung brachten US-Soldaten Jans Zwinderman zunächst in das Lazarett nach Ludwigslust. Aufgrund der Überbelegung wurden er und andere Kranke von dort am 7. Mai nach Jessenitz und am 9. Mai in das königlich-ungarische Reservelazarett (heutige Schule) nach Lübtheen verlegt. Trotzdem starb Jans Zwinderman am 15. Mai 1945 im Alter von 26 Jahren an den Folgen der KZ-Haft. Er wurde drei Tage später auf dem Lübtheener Friedhof beigesetzt. Zehn Wochen nach seinem Tod, am 26. Juli 1945, wurde seine Tochter Alie geboren, die 2011 ein Buch über das Schicksal ihres Vaters veröffentlich hat. Alie Zwinderman wird zum Gedenken am 2. Mai sprechen. Bereits am 30. April werden die Überlebenden zu Zeitzeugengesprächen an Schulen in Ludwigslust, Hagenow, Neustadt-Glewe, Schwerin, Parchim, und Rastow zu Gast sein. 69 Jahre nach dem Ende der nationalsozialistischen Herrschaft wird an die Geschehnisse und an das Leiden der Menschen erinnert und der Opfer in würdiger Form gedacht. Deshalb laden der Verein Mahn- und Gedenkstätten im Landkreis Ludwigslust- Parchim e. V. und der Förderverein der Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin e. V. am 1. und 2. Mai 2014 zur Internationalen Begegnung der Generationen nach Wöbbelin und Ludwigslust ein.

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