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Hingucken und Einmischen

Am 11.06.2015 wurde in den Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin das Projekt „ Hingucken und Einmischen – Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus im öffentlichen Raum“ vorgestellt. Das Projekt der Stiftung der Sparkasse Mecklenburg-Schwerin mit dem Verein Mahn- und Gedenkstätten im Landkreis Ludwiglust – Parchim e. V. richtet sich an alle Menschen im Gemeinwesen des Landkreises Ludwigslust-Parchim. Mit der Vermittlung von Kenntnissen über Symbole, Strukturen und Aktionsformen des Rechtsextremismus soll eine verstärkte Auseinandersetzung mit Demokratie gefährdenden Entwicklungen in Schulen und Bildungseinrichtungen erreicht werden.

Im Rahmen des Projektes bieten die Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin dazu Schülerworkshops, Elternseminare und Fortbildungen an.

Anmeldungen können jederzeit im Rahmen der Öffnungszeiten telefonisch oder per Mail erfolgen. Eine Übersicht der Angebote finden Sie im Anhang.

Kulturen begegnen sich - Theaterstück zum Thema Flucht

Fertigen der Masken
Fertigen der Masken

Vom 13. bis zum 15. Juli 2015 erarbeiteten 22 Schülerinnen und Schüle der 9. Klasse der Lennéschule Ludwigslust ein Theaterstück mit dem Titel „Mosaikasika“ – eine afrikanische Bootsfahrt“, das sich mit der Flüchtlingsproblematik befasst. Die Projektleitung oblag Markus Barwitzki, der mit den Mahn- und Gedenkstätten bereits im Rahmen anderer Projekte zusammengearbeitet hat. Er wurde durch Nikolay Tomov, Emilia Arabadjieva und Vasko Vlasakov von der Nationalen Hochschule für Bühnen- und Filmdesign Plovdiv, Bulgarien unterstützt. Die Jugendlichen arbeiteten in verschiedenen Gruppen in Wöbbelin an der Realisierung des Stückes. Die Darsteller probten auf einer improvisierten Theaterbühne auf dem Gelände des Wöbbeliner Gemeindezentrums. Eine andere Gruppe war für den Kulissenbau zuständig. Mit handwerklichem und gestalterischem Talent fertigten sie unter anderem das Boot, das in „Mosaikasika“ eine zentrale Rolle spielt. Einen technisch ausgefeilten, animierten Hintergrundfilm, der während des Stückes gezeigt wurde, erstellte die Mediengruppe. Weitere Schüler stellten ihre Kreativität bei der Gestaltung der Kostüme und Requisiten unter Beweis. Besonders die kunstvoll gestalteten Masken waren prägend für das Stück und vermittelten afrikanisches Flair.

Die Handlung des Stückes entstammt einem Märchen aus Mali, das mündlich weiter gegeben wird. Zum einen ist es die Geschichte eines Kükens, das in das Land Europa reist, um einen Sack Hirse zurückzuholen, der vom weißen König gestohlen wurde. Auf seiner Reise trifft es auf eine Katze, eine Hyäne und einen Elefanten die aus verschiedenen Gründen unter dem weißen König zu leiden haben. Sie alle reisen in einem Boot über das Meer und gelangen schließlich nach Europa. Zum anderen ist „Mosaikasika“ aber vor allem die Geschichte der gefährlichen Flucht über das Mittelmeer, der sich so viele Asylsuchende aufgrund von Krieg, Verfolgung und Armut aussetzen.

„Mosaikasika“ – eine afrikanische Bootsfahrt“ wurde am 16. Juli um 14 Uhr im Saal des Regionalen Beruflichen Bildungszentrums des Landkreises Ludwigslust-Parchim, in Ludwigslust aufgeführt. Mehr als 100 begeisterte Zuschauer waren anwesend, unter anderem auch Flüchtlingsfamilien, Vertreter der Kirchgemeinde, der Stadt und des Landkreises sowie Freunde und Angehörige. Das Stück hat ein wichtiges Zeichen für Toleranz und Multikulturalität in der Region gesetzt. Die Organisatoren bedanken sich bei allen Helfern und Unterstützern, die zur Realisierung des Theaterprojektes beigetragen haben.

Wir hoffen, dass das Stück noch viele Male aufgeführt wird. Anfragen diesbezüglich können an die Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin gerichtet werden. Eine nächste Aufführung wird es im November auf der Innovationswerkstatt des Vereins geben.

Auf den Spuren der Vergangenheit - Filmvorpremiere an der Schule Rastow

Die Mahn und Gedenkstätten Wöbbelin haben im letzten Schuljahr ein Projekt mit Zeitzeugen aus Ludwiglust ins Leben gerufen und als Kooperationspartner die Regionale Schule in Rastow gewinnen können. Gemeinsam mit Schülern der 8.Klasse entstand eine Dokumentation über Ludwigslust 1933 bis 1945.

Im Schuljahr 2014/2015 wurden mit den Schülern verschiedene Orte in Ludwigstlust besucht, Interviews aufgenommen und originale Filmaufnahmen gesichtet, die von amerikanischen Soldaten aus dem Jahre 1945 stammen. Interviewt wurden die Zeitzeugen Herr Dieter Ueltzen und Herr Reinhard Heißner, die über ihre Kindheit in dieser Zeit sprachen und den Schülern bewegende Geschichten erzählten.

Die offizielle Premiere der 23-minutigen Dokumentation findet am 15. Oktober um 18.00 Uhr im Filmtheater LUNA in Ludwigslust statt. Das Filmprojekt wurde durch die Stiftung der Sparkasse Mecklenburg–Schwerin gefördert.