Ehrenfriedhof am Platz der OdF in Schwerin

Die auf dem Platz der OdF beigesetzten Opfer des KZ Wöbbelin erhielten Einzelgräber (Bild: U.S. National Archives and Records Administration)
Der heutige Platz der Opfer des Faschismus in der Schweriner Paulsstadt, gegenüber des Alten Friedhofs, ist die letzte Ruhestätte von 74 Opfern des Konzentrationslagers Wöbbelin. Sie wurden dort am 8. Mai 1945 auf Befehl der US-amerikanischen Befreier*innen Schwerins in Einzelgräbern beigesetzt. Die Stadtbevölkerung wurde im Vorfeld zur Teilnahme aufgerufen. Seit den 1970er Jahren erinnern Grabplatten mit eingravierten Häftlingsnummern an die Beigesetzten. Inmitten des Gräberfeldes für in der DDR offiziell als Verfolgte des Nationalsozialismus (VdN) anerkannte Personen sind die Platten in einem Halbkreis aufgestellt.
Bereits im Nationalsozialismus wurde auf dem Platz zwischen 1943 und 1945 eine unbekannte Anzahl sowjetischer Zwangsarbeiter*innen bestattet. Nachdem die US-Armee Westmecklenburg verließ und die Sowjetarmee am 1. Juli die Besatzung übernahm, diente der Platz als Militärfriedhof. Ab 1949 unter Regie der Stadt wurden noch bis 1967 sowjetische Militärangehörige auf dem Platz der Opfer des Faschismus beerdigt.
Somit sind auf dem Platz in der Nähe des Obotritenrings verschiedene Opfergruppen des Nationalsozialismus beigesetzt: Opfer des KZ-Systems, Zwangsarbeiter*innen, Militärangehörige und Verfolgte Deutsche aus der Arbeiterbewegung, darunter auch Teilnehmer des Spanischen Bürgerkriegs.
Insgesamt ruhen dort laut einer Bestandserfassung der Stadt insgesamt 1.504 Verstorbene in Einzelgräbern und vier Sammelgräbern. Von 2011 bis 2013 wurde die Anlage denkmalgerecht instandgesetzt.
